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Full text of "miller_johann_gottfried_pahl"

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Fialen 



Seite 47 


ein örief bes Prälaten 3. © <n a j., 

gtuMum». ®«& i| )" 1 ei » D»I)er rei<4 s |t«b H wft\" q ?Ä u f ftHS 

SL», wenn mul) c roas m feinet mit SRedjt oiel oetiihm p« «i„,T f 
fiis werben mir tl)m ijeute nod) bonfen. & b Q i, P S * 
„ein in feiner Seit l)od)angefel)euen unb um feine 3eitaenoffen ÄI? 
Staaten »hu ben «e 8 für eine Sätigteit \Z 10!m’tren 
Ätbcnfcn feine Umb^Ieutc immer nod) mit (örunb bod)balten. Sabls 
fdiriitfteHcrtfd )0 Saniert umr ungeinein reich, er bat felbft bie Srüdfte 
feiner ^jn'.e jjufammeuge|leUl. (Das weifte bat beute freilich nur 
mehr Qefd)td)tUd)en 9Bert, biefer ift aber in oielem nicht qerinq 
fiebenbifl aber ftnb beute nod) bie „©enfwürbigfeiten aus meinem 
geben unb aus meiner 3eit", u>cil hinter ihnen bas iBefte fleht toas 
ein SJlenfdj geben tarn, feine Sßerfönlicbfeit. 3u ihrer Kenntnis' aber 
Glich jum Serftänbnis feines äußeren ßebensgangs einen Beitrag ju 
liefern, rechtfertigt es moßl, einen Srief non feiner £anb in ber für 
ifjn fo bejeiebnenben aufred)t=flaren, nur wenig oerfcbnörfelten Schrift 
gu oeröffentlichen, ben er am 5. Januar 1805 als Pfarrer in Aew 
bronn an ben feit wenig über jwei 3abren neuwürttembergifdjen 
6tabtmagiftrat oon Fialen richtete. 2)er Srief, ber fid) in Arcbio* 
aften oerirrt bat unb ber bas ßeben unb Sorgen eines Geologie» 
ftubenten unb Sanbpfarrers oor mehr als 100 3abren lebenbig oor bie 
9lugen führt, fpridfjt für fid) felber, baß eine weitereSrflärung fi<h erübrigt. 

,,©obllöblid)es Stabtgericbtl 3cb habe in Setreff bes Sorfcßuffes, 
ber mir jur Seftrettung meiner afabemifeben Stubien aus bem Aera* 
rium ber Stabt Fialen unter bem Sorbeßalt ber bereinftigen SReftitu* 
tion gemacht worben ift, bem £errn Sürgermeifter ftürgang Sor* 
fdjläge mitgeteilt, burd) beren Annahme biefe Angelegenheit ein für 
allemal beigelegt werben foHte, unb biefe Sorfcßläge finb oon bem- 
felben Sinem SBohllöbl. Stabtgerichte oorgetragen worben 

®a bie Sntfdjeibung barüber babin erfolgt ift, baß ftcb bie Sache 
fdi bann §u einem Seridjte an bie höhere Stelle qualifiziere, wenn 
# «lieh oerbinblid) mache, brei Sierteile bf ö befugten Sorfchu fes 
bat ?u befahlen fo bin ich fo frei <£m ffiobllobl. Stadtgericht felbft 
bie Umftänbe aufmerffam ju machen, bie ben oon mtr gef^ebenen 
»"Wog, burd) bare 3ablung ber Hälfte oon ber ganzen Scbulbigfeit 

^SeibeiTuttterftite^ Acrario ber ehemaligen 

^ e i<hsftabt Aalen m bembefaqten Sebufe bewilligt würben, war 
J? Q usbrü(flid)e »ebtngung, bai bic 3utU<faol)Iu”0 b S e . n, „U"o5 

"4 bte fjicfigePfarrei ccljiclt, würbe burd) 

;Si"".." l Ä l ’!S.5 HS» *'Sjij&SSSS 

b( * fpäter erfolgenben Segierungsoerdnberung naebgefeben wuroen. 









6(W 


48 


<T>or 6pfon t)on Malen 


~ if-rf,»« acht bic ummöerfpredjltcfje $ 0 Iq p u 
«iw ö i cfc, L? 0 rf! mili beit ftrcngen rechtlichen ^Begriffen LH 
6äM *Äm»"fe« 3-al/luitgcn angehalten werben f Qtw 
nur ,m fnlteminii o ^ ^erfelbcn ntcf)t meme aufäfliopH 

r fl !2 Ä Iret. Sicnftertrag 9H<WW««i “gÄL« 
'* K " senn jene ««fünfte finb bie Sad,e me&Jf 
X,n ,1 ,'ii II b' meinet: petfönlitfien Sätlgfeit ('ßafjl fptfcftt hL^ 
SrtrS Irin«« Sctjriftftelletns nnb feines Stintes als roeltlidet8,> 
SKi). bie bamals, als mit Me Sotfdjiiffe: «etedftt 2“ 
m l>eriUffid)tiflt ...erben tonnten unb mbem .<$ burtf, ben q2 
bttfelben ...eine Kräfte oergeijtc, Inn tcf> aud) ißn bloß meiner *„3 
fdfulbig. 

partielle Ballungen mürben bte Abtragung bes ©an 3 en auf «„ 
lange 9tcihc non3aI)rcn hinausbehnen unb bamit bürfte bemSnte#? 
ber Stabt Fialen nicht gebient fein; unb auch in mir toürben fte v- 
Grinnerung an eine Sache immer mieber erneuern, bereu icfi J! 
fo halb als möglich auf eine auch für bas ©egenteil biüiae VlrtJ 
Iebigen möchte. a u ' 

3dl toiebetfiole besßalb (Einem 3Bot)Ilöbl. Stabtgeridit mein kt 

^ ilS > , bmit bin bic OT* bes erhaltenen 
Ä™ ,09 1*"* 1 - bat * u bejafilen, roenn id. bann oon ber L» 

°on »Äen 25 fl'»ttXmS ™Ä 5a ®“ '«ft»“’*' 

werbe ich nichts beifügen bürfllH ro( ^?ren ©arfteüung ber Sache 
f °rf<hlag barjutun als nur Jf n ' f H öes gefächenen 

Stadtgericht belieben möZß Ö hfp 9 ^ 0rf0m ,f te ® ftte ' ÖQ & ^inSohllöM. 
wahren ©ehalte 3 u prüfen ,mN - gegebenen Umftänbe nach ihrem 
ausgebrüctteu 2öunfcf) qütiaft 21 !° ^f.IJüghcit berfelben ben oon mir 
rc . 3ch habe bie (C S 9 I 3U ecfuIIen - 
Cmes ®°hüöbl. Stabtgwicbfß Cr !Io? U5 f 9ejei< ^ nctc f te tt 9tefpefte 3« f ein 

^ah? Cr ^ a9iftcQt ^er bas l^? ^ r ÖmftCr ® ienec W ' Wm ' 
Üänbemfb b Ä°& - in ^i'Sht 9 f nd)tünerfannt ebie(Briinbeunferes 
fchuffes i on ba q 7 e J wortreichen ^rnfH^ r «^f^ ränften ®ermögensuin* 
® e r 3 t(f)t a ° u rf 375 n mit baren ?nn H f cines afabemifdjen 
faQegium Äfi aÜe 3tosnaSL2L f | ^ Rieben 3« 9 eben 
freunb fteufftVn« n0cn ' beff en ® QÖ ßonboogteiöfonowt« 1 

^®emetÄli® Qr ' «nb bTm e b ” 9MUfWunb 3ugenb; 

fohl inar feiner [ Q ?x- 9ene 5uiigte über bie 33 eru)altun 0 

3<h benfe Ü A lbl 9 e n 4rinm.f 16 -^tär 3 1805 biefen ©ergieß 
? lr h; benn er 'pf ec bbfe in uun 9 aus feiner Stubien 3 eit Icöi0* 
Sc„„. 11[" i" i„ bet 9i* t c m," f ‘ C ftiet n>'sbec ausgegrabt« 
er ^ I&i? et ® rt --unb m 8 nut 9eroinnen, ba et m«i‘ 

&S C ", iff ' inet h” finb -T* » ? ® e L 6 i Q - ba 8 öic fittattjicö'" 

- -f^tourg. IEt b « größt, ®J“ bc m *>utcßgetungen ßot, 

6oßne bet Stabt Stalen. 


Spion : 


JSTär-- 9»- 

111 '"ete t| 9ie.t6ron.i Wt 







9to. 12 


3)er Spion non Valen 


Seite 93 


^rölot ^at)l im .tonflibt mit ber 
3cnfurbci)örbe. 

(b JB . Don 18 06 

all „lil)tOUU ) t>U >_CUt|a)Ut , 1 eit 1.3nuuac 1801 hltrdl hpn hmnnlinpn 

cßfarrer 3- ©.. ^W tu 9teubronn, fpäter in SUffoUracf), herausgegrten, 
am -- 0 -oanum isoj ju ben flaffifdjen Vetfptelen ber ( 6 efct)id)te 
Der iuürttembergifd)en ^ l ‘cffecenfur. König griebrid) bekräftigte fie 
nämlicf) buid) cav> befaunte Oef’cet, in bem ec „biefem Oorfpfarrer" 
einen „beibeit oerwets erteilen unb bie 3 Beifung geben lieft, „wie 
c* beffer liii tl)it fein werbe, fid) fünftig mit feinem Stanbe an= 
gemeffenen iSegenftünbcn ju befd)äftigen/als im ftadje ber ^ßolitif 
herum^uirren, worin er nichts $u fud)en hat". 

3n feinen Ocnfwürbigfeiten ec^ätjlt Sßahl nicht bloff biefes für itjn 
fo fd)merjlid)e (Ereignis ausführlich, er beutet aud) einige ftäüe an, 
in benen er fd)on früher wegen feiner 3 citfd)rift mit ber (Eenfurbetjorbe 
in Konflift tarn. 3n ben jwei erften fahren ging alles gut: banf 
ber (finfiefjt bes reidjsftäbtifdjen 33tagiftrates in ©mütib, wo bie 
iBod)enfd)tift bie erften brei 3al)re erfd)ien, blieb fie cenfurfrei. Vnöers 
würbe es in miirttembergifd)er 3eit; bod) nid)t fofort. Von 1804 
ecfd)ien bie 3tationald)ronif in (SHwangen, wo ber Vud)brutfer unb 
Verleger Witter bie neugegriinbete Kangleibrutferei übernommen fjatte: 
(Tenfor war ber ßanboogteigeridjtsrat £>eud)elin, ber ßanbstnann 
unb Sngenbfceunb ^al)ls. Vber aud) bie Verhältniffe waren nod) 
weniger gebrüeft unb unficher. 

3lad)bem bie Gllmanger (£entralbet)brben für bie neuwurttember- 
gifd)e Verwaltung bei ber 3 teuorganifation bes Königreichs im grübjabr 
1806 aufgehoben worben waren, übernahm ber burd) fein hohes 
Vier wie burd) perfönltd)e (Sh^enhaftigfeit gleid) würbtge Kreishaup = 
mann oon Vaur in Sllmangen bie (£enfur. (EnbeVuguft 
gab 31itter feine (EHwanger Oruderei wieber auf unb 3 9 1 
feine einftmeilen burd) ©efellen oerfehene m hp ,l bamaliacn 

3)canuffripte für bie 9 tationald)romf mürben gut_Cenf übernahm : 

Oberamtmann ftartmann oorgelegt, ber fie Pfltdg 6 . 

um Seitungsblätter in ber (Eenfut md)t J u f3 u ^ Itcn ' ^ a ßanboogtei 
ber Senfuroerorbnung am ©rutfort felbft, wo alfo feine Unuoogu 

mar, burd) bas Oberamt 311 cenfieren. «MUnffim morben* 

®ben erft waren in ^aris bie itheinbuuba e a 9^0 ^ Qberherr» 
eme größere 3ahl beutfeher dürften trennte «Reich, bem 

ehaft Napoleons oon ber bentfd)en ©ach tj ’ fere Sßaf)X gegolten butte, 
J r °fe aller Sd)wädhen bie ßiebe bes ^ßoli q C itfd)rfft fdjrieb er 

lauf in fid) ^ufammeit. 3m 33.'61tut 11 ^ i n beit folgeitben 

eben oon ber Vuflöfung bes teutfd)en3t ^g e{tcre t gn iffeaurilif, 
Hummern fommt ec immer wteber auf btc grop 
um fie in feiner Vrt fritifd) 311 betradjte . öcc ncue (Cenfor 

Vm 11. September beanftanbete 3 U1U ^ t auftrid), um bereu 
in einem Vuffat) mehrere ^brude. Die t Oie Könige 

Venbern bem Verfaffer 3 « uberlaffen. öte 






fipftp 94 Ber Soton oon ‘Malen Wo 12 

* 

3?o. 12 3>er Spion p 0n Stlalen 6eltt 95 

oon Sägern unb Württemberg Dabent.erjmeifeaon bet Sortbo«* 

btefes bis auf feine ©runbfeften «W»* t,e, *7Lfrnsaefaat'unb eünen 
^Reiche) ft* oon ihrer Berbinbung mit öemfelben losgefagt unö einen 

neuen Berein unter fid) gefdjloffeniunb^bem inc ^°0^pfec 

hulbigt; 2) bei her übermtegenben Rlacht, bte k «nAWn 

(bes rfieinifdjen Sunbes) ju ©ebote ftetff V’ 3 4 ® fhes rhetnifdien 
reifes Utleil über ben politifdjen unb red)tlirf)en Wert Des rgetmi^en 

93unbes ftatt; 4) bas teutfdje Seid) Derfiel ben 

Saften unb ©ebredjen bes Stlters unb feine Statt ■ 

lief) jufammen . 5) ber rf)einifd)e SBunb jeldjnet P4) burd) etne 

<£igentümlid)feit aus, inbem tr an eine nod) größere lllacftt ftd) Qnfdjlofe 
unb atoar nicht nur in bem blo{$em Berhaltntffe bes Bunbes, fonbern 
in ber befiimmten Beaiefjung ber Unterorbnung . 

3n einem Beriet an feine oorgefefcte Beerbe fagt $>artmann: 
er geftehe aufrichtig, bafe ber gan^e Bon bes Auffahes tl)n als Cenfor 
ins ©ebränge brachte; allein menit er au* nod) fo fel)r getrachtet 
habe, bie möglichftc 6d)onung bes Berfaffers mit feinen ^>flict)tcn 

3 U oereinigen, fo habe er bod) geglaubt, jene Ausbrücfe unmöglich 
paffieren loffen au fönnen. Unb nun folgt bie für ben Beamten 
eines Rheinbunbsfürften felbfioerftänbliche Begrünbung: „Unmahr 
ift es an fid), bafe bie Btädjte bes Rheinifchen Bunbes bem Schule 
Napoleons gehulbigt haben; unb roas ber Berfaffer unter bem B3ort 
tpulbigung oerftehe, fpricht bie ftolge bes ‘^Xuffa^cs beutlid) aus, 
menn er alle Mächte bes Rheinifchen Bunbes in ber Beaiehung ber 
Unterorbnung oon Napoleon betrachtet. (Es ift ber B3ürbe ber 3eit= 
fchriften angenieffen, felbft oon aerfaüenen Berfaffungen mit Anftanb 
unb ohne Sarfasmen au fprechen. Sarfaftifcf) finbe ich ben Ausbrud 
jämmerlich unb fdjmählid) oon bem 3erfall einer Berfaffung, 

Die 3ahrhunberte rühmlich beftanben hat. Bie übrigen Ausbrücfe 
oon bem Schöpfer bes rheintfdjen Bunbes fcheinen mir übertrieben. 

©in Bunb beruht auf gegenfeitiger (Einmilligung ber Bunbesgenoffen, 
alfo fchaffen alle ©enoffen an feinem Bafein, nicht (Einer ift ber 
(Schöpfer. Bas Urteil über ben rechtlichen B3ert bes Bunbes fann 
fid) unter ©ouoerainen, bie miteinanber untcrhanbeln, nur über ben 
©rab ber ftreimilligfeit unb Ungeamungenheit bes Bunbes erftred'en. 

Ruf biefen Bunft aud) nur htnaubeuten, fanb ich bei beftehenben 
Berhältniffen oon einem 3eitungsfd)reiber qernagt." 

Bahl änberte barauf bie beanftanbeten Ausbrüde, erflärte aber 
in einem Schreiben an feinen Berleger, bas Rtanuffript nach bem 
©ruef an bas Bttnifterium mit ber Anfrage einfenben m moüen, 
ob em Berbre*en m ber Schrift begangen morben fei. Bas Schreiben 
lautet: 

1806 * ^ ein ^eber &err Ritter! 

3* fchretbe bte 9t. ©f). b. B ; feit 6 fahren, aber nod) hat mir bie 
©enfur ferne Silbe burchgeftrnhen. Bie Beränberunqen, bie bie ©em 

^ um ^° unerwarteter, als ich ein 

fdnigliches öanbfd)reiben in ber £anb habe bas ben Sinn unb ben 
©ehalt unb bie Bisfretion biefer 3eitfd)rift anerfennt. Bie qemad)ten 
Beranberungen mürbe td) mir nicht haben gefallen Iaffen haben, ich 

mürbe bas Rtanuffript an bie 

menn id) nidjt tjotle Dertffnbern moüen" bo6 U h ? ^ obEn ' 

«fiofttag aufgeballen merben. 3* bitte ® b,E . s - e,cr um einen 

mieber ju fdjitfen, id) roerbe bann basfeme'nn‘1 blc L cs 3Kanu f fri P t 
Sormann fdjicfen, um ju gören ob ein -)trhr * en „ 6 " rn 3J,iniftct 
morben ift 91uf jeben 5aü bitte id) eie^efmü'ni*?'!? be8 ?ü 8 , cn 
menn td) 3f)nen unfern Sontraft auf LfcJI?,! ju ?«ubeln, 

ba bei einer foldjen ©orreftur idi teine ßuff bnhe 3 “^ ° U I tu Ä e ' 
einen neuen 'Berbruß ermetfen tu iaffen ' nur jebe Wodje 

oon Nürnberg, Mrnffen 

oerführen fügten. Bielleicht aeftaitel qhm« *u 

ben ©ruef nod, niefff. 3 „ biefem Tat mZ b ' ®®«" b « «enfut 
ffijpteffen. 95on &er,jen 3f,r ^atjl". ^ Cte mir ®’ eöec ein{n 

3nbeffen fam unferm fßal)l ber ©münber Oberomtmnnn 

9lod) am 12. ©eptember fanbte er bas ungebruefte Wanuftript un¬ 
mittelbar an ben 9J?tnt|ier mit ber 93erfid)eruna ban niefit £eibem'dmft 
fonbern bas «nbenfen an feine =PfIi<*tif,m w/^erfefb' Ä 
gefuijrt ftabe. ®<t)on jmet Sage fpäter gab 31ormann bem Oberamt. 

“ Ä! 1 • Unö /i eB be f ^- farret ««f »ine aeugerung, 

bafe er funfttg bte Süattonald)romf außer ßanbes bruefen Iaffen mürbe 
bebeuten, „bag folange er in bem Siönigreid) Württemberg ff* auf' 
ffalte er nad) ben beitefjenben ®erorbnungen feine 3eitung benno* 
werbe *^ 3 “ untetn5etfen ^ obe ' ® enn 9 leit f> «e ausmärts gebru« 

S«roeren öerjens fügte ffd, if5al)l in bie niefft ju dnbernben 
Berhaltniffe. Bßas er lelbft in feinen 3)enfmüröigfeiten anerfennt 
oaB ber ©enfor Den erfochtenen Sieg nicht benü^t habe, roie er gefonnt 
hätte, bas geht aud) aus ben Elften hßroor. ©in mürttembergifier 
©enfor, ber nicht felbft in Ungnabe unb Strafe faden moHte, fennte 
nicht anbers. Bas mußte öartmann fchon aus ben leßten 2Ronaten 
feiner ©tlroanger Bienftaeit. 3m bortigen Allgemeinen 3nteüigenablatt 
mar im oergangenen 9tooember, aus anberen 3ettungen übernommen, 
einiges über bie ßeiben neu mürttembergifd)er Aemter bur* bie 
franaöfifd)e Befefcung geftanben. 3n fchärfftem Bone oerroies ber 
«urfürft bies ben ^ebafteuren, inbem er oon „abgefchmacften, offenbar 
übertriebenen unb Seiner ©hurfürftl. Burd)laucht Berhaltniffe mit 
bem franaöfifchen ©ouoernement feinesroegs angemeffenen Älage» 

IibelXen" fprach; jo er brohteim BSieberholungsfall bas ganae 3nftitut, 

?Qs heißt bas amtliche Regierungsblatt, aufheben au rooüen. Ri*t 
tmmer hatte er ben bittern, hoch gutlaunten Sarfasmus, mit bem 
er einen Auffah bes bekannten Staatsred)tslehrers ^äberlin über 
oen Untergang bes Beutfchen Reichs überfchüttete: „Biefe Boüen 
rönnen ohne aüen Anftanb im Umlauf gelaffen merben; $reunb 
bäberlin mag politifieren, fooiel er miß; er mirb meber Bote lebenbig 
uoch neraltete formen neu machen." Roch beaeichnenber aber für 
ben erften, in feiner Art gemi& fehr bebeutenben mürttembergtfehen 

Jönig ift bte meitere Bemerfuna: „Rach Braunfchmeig Ibem ßanbe 
öäberlins) au fdjreiben, ift bie Rtühe nicht ASert, befonbers, ba ber 
£eraog nicht bas ^>era hot, einen ©eiehrten in 2But gu oerfeßen. 










6eite 96 (Der 6pfott non Men 


9to. 12 


König ftriebrid) patte bas $>er$ ba^u; ec bewies es ^apt gegenüber. 
S2U>cv co ging babct ntd)t ab opnc bte ©efapc, bamit ins Siacpeclidje 


&u nccfallcn. 


9H. Witter. 


25üd)erfcf)au. 

3n bcr Sammlung lanbfdjaftlidjcr Holfsliebec pat mit Untecftüpung 
bes beutfd)cn Holfolteberarcpioo SU 11 guft üämmle ein fcpmucfes £>eft 
„Hlürttembergtfcpe Hol Co lieber" pecausgcgebctt, bem tnir weitefte 
Herbrettung wünfdjen. Sticp Seemann put ben mufifalifepen Safj 
bearbeitet unb unfer peimifdjer Künftler Karl Stirner föftlicpen Hilö» 
fepmuef beigefteuert. 3n bem 132 Seiten ftarfen Hänbcpen begegnen 
uns eine Heipe menig befannter, faft oergeffetter ed)t fcpwäbifcper 
lieber, bic fo unoerbienter Hergeffenpeit entnffen merben. 95?öge 
bas Hücplcin neue üiebe jum alten SKebe werfen pelfen! (Heclag 
(£. Salier, fteilbronn a. 91.; Sjkcio brofep. 2 SDlarf 70 Pfennig.) — (Der 
Sdpuabcitoerlag H. ©. in Süwangen pat unlängft jwei Heipen „3bt)lle 
aus Sdjioaben" unb „3bt)lle aus fronten" (je 5 Hilbfarten ^u 1 95latf) 
perausgebradrf, farbige Sßoftfarten nad) Horlagen oon Karl Stirner. 
(Diefe mit befonberer Sorgfalt gebrurften Stilen unb farbige 3ei<P= 
nuttgen wirfen roie Originale unb ragen über bie itblicpen fog. 
Kunftpoftfarten meit pinaus. Ss finb ©arfteüungen aus Stailspeim, 
£all, Oinfelsbtipl, Hlergentpeim, Hörblingen, Hotpenburg o. 

Ulm unb Hellberg. — ftrip Cboens legt uns in „Oer Sopn ber 
Joege" eine reept beaeptensroerte Strobe feiner Sr^äplungsfunft oor, 
einen fulturgefcpicptlicpen Hotnan (350 S., geb. 6 SOiarf 80 Pfennig; 
Srnteoerlag, ^otsbam). 9Hit faft unpeimlicper ©cwalt bringt ber 
(Diopter uns einen Hbfcpnitt aus ber bewegten ©efepirpte unferet 
91acpbarftabt, ber alten Heicpsftabt Hörblingcn, nape. Sr gibt in 
forgfältigfter Kleinmalerei nid)t nur ein rei^oodes Hilb bes ftamiliem 
lebens unb ber reiepen 6täbtifd)en Kultur fener 3eit, fonbern läßt 
uns aud) bie finfteren Hläcpte erfepauernb aptten, bie ju bem 9 Bapn|inn 
bet ^egenoetfolgungen bes 99tittelalters gefitprt paben. (Diefer Hontem, 
bem eingepenbe Stubien an Ort unb Stelle gugrunbeliegen, befipt 
me Sigenfcpaften eines eepten im beften Sinne fpanneitben Hou^ 
beigefteuert* uu ^ ® r * öepmebes paben fepönen Hucpfd) mucf 

Kämmerer. 




9 be * Spion: 


Kammeccr, 9 Ieubronn Sßoft Stalen‘ ßan |